Helfer vor Ort - Was ist das?

Auf dieser Seite wollen wir versuchen alle Ihre Fragen im Zusammenhang mit dem Helfer-vor-Ort-Projekt des DRK Oberstenfeld zu klären. Sollten Sie die Antwort auf Ihre spezielle Frage hier nicht finden können, setzen Sie sich mit uns in Verbindung - wir beantworten gerne Ihre Fragen.

Begrifflichkeit
Neben dem Helfer vor Ort (HvO) gibt es viele andere Begriffe, die synonym zu verwenden sind: First Responder, Ersthelfergruppe, Voraushelfer, etc. In Oberstenfeld haben wir uns für Helfer vor Ort entschieden, da man sich hierbei unserer Meinung nach am besten aus der Bezeichnung heraus vorstellen kann, worum es sich handelt.

Wieso Helfer vor Ort?
Viele Notfälle sind zeitkritisch. Das bedeutet, dass sich hier mit jeder verstrichenen Minute ohne adäquate Hilfe die Situation zum Teil dramatisch verschlechtert. Dies ist z.B. bei Herzinfarkten oder einem Kreislaufstillstand so. 
Wird das Gehirn unzureichend mit Sauerstoff versorgt, tritt bereits nach 4-5 Minuten eine bleibende Schädigung ein, nach 10 Minuten ist i.d.R. kein Überleben mehr möglich. Nach der Meinung von medizinischen Experten sinkt die Überlebenschance eines Patienten pro Minute ohne Versorgung um ca. 10%. Hier kommt der entscheidende Vorteil des HvO ins Spiel: Die Zeit. 
Der für Oberstenfeld zuständige Rettungswagen aus Marbach benötigt 10 bis 12 Minuten zu uns. Je nach Tageszeit, Verkehr, Wetter und genauer Lage des Einsatzortes kann diese Zeit auch noch etwas überschritten werden. Und ist der Marbacher Rettungswagen gerade bei einem anderen Einsatz steigt die Zeit noch deutlich. Die Helfer vor Ort sind i.d.R. in unter 5 Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort. 
HVO 

Wir haben doch einen Notarzt in Oberstenfeld.
Stimmt. Und das ist gut so. Wir wollen weder den örtlichen Notarzt noch den regulären Rettungsdienst ersetzen. Wir wollen die Zeit, in der der Rettungsdienst noch auf der Anfahrt ist mit adäquater Hilfe überbrücken bzw. unseren örtlichen Notarzt an der Einsatzstelle unterstützen. 

Kommt der HvO immer?
Nein. Bei bestimmten Notfällen, wo ein HvO nichts ausrichten kann, werden wir nicht alarmiert. Ebenso, wenn ein Rettungswagen zufällig gerade in der Nähe ist und schneller am Einsatzort wäre als wir. Oder wenn ein Arzt vor Ort ist und der Rettungsleitstelle (die uns alarmiert) sagt, dass unsere Hilfe nicht benötigt wird. 
Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum der HvO nicht immer kommen kann: Auch wir müssen arbeiten. Der Dienst als HvO ist rein ehrenamtlich, wir erhalten also keinerlei Gegenleistung dafür. Deswegen können wir den Dienst nur während unserer Freizeit besetzen. Da wir in unseren Reihen aber einige Helfer im Schichtdienst haben oder Schüler und Studenten, die daheim lernen, sind die Zeiten, in denen wir nicht zur Verfügung stehen, recht gering. 

Wie kann ich helfen?
Zum einen natürlich auf die naheliegendste Art: Werden Sie aktives Mitglied bei uns! Helfer vor Ort kann jeder werden, der 18 Jahre alt ist, einen Führerschein hat, physisch und psychisch geeignet und bereit ist, sich im Roten Kreuz zu engagieren. Für die notwendige Ausbildung sorgen wir.
Außerdem können Sie uns natürlich finanziell durch eine Spende unterstützen.